Seit 1977 gibt es in Deutschland die Fortbildung zur Hygienefachkraft. Die Kurse umfassten 130 bis 150 Stunden theoretischen Unterricht und ein sechswöchiges Praktikum unter Anleitung einer Hygienefachkraft.

Die Weiterentwicklung in Medizin und Technik veränderte das Tätigkeitsprofil der Hygienefachkraft und erforderte eine Umgestaltung der bisherigen Fortbildung zu einer der neuen Situation angepassten Fachweiterbildung.

Im Jahre 1991 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut eine Empfehlung zur

Fachweiterbildung der Hygienefachkräfte. Ziel war die Schaffung der Voraussetzungen für eine bundesweit einheitliche Weiterbildung. Die für eine staatliche Anerkennung notwendigen gesetzlichen Grundlagen, die Weiterbildungs- und Prüfungsverordnungen müssen in den einzelnen Bundesländern erstellt und von den zuständigen Ministerien verabschiedet werden.

Die Vereinigung der Hygienefachkräfte der Bundesrepublik Deutschlands e. V. (VHD) hat zur Fachweiterbildung das Curriculum entwickelt und die Stellenbeschreibung zur Fachgesundheits- und Krankenpflegerin/ -pfleger für Hygiene und Infektionsprävention erstellt.

 

Auch durch den Anstieg nosokomialer Infektionserreger mit speziellen Resistenzen und Multiresistenzen und das vermehrte Auftreten bestimmter Erreger, die ohne Präventionsmaßnahmen zu Ausbrüchen und damit verbundenen hohen Kosten führen, haben sich die Tätigkeiten der Hygienefachkraft in den letzten Jahren weiterhin inhaltlich sehr verändert. Sie sind umfassender und sehr viel schwieriger geworden. Die 2 jährige berufsbegleitende Weiterbildung umfasst mindestens 750 Stunden und 30 Wochen Praktika. Zurzeit beschäftigt sich die VHD intensiv mit der Gestaltung und Implementierung eines Studiengangs zum Hygienemanager.